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Geschichtsforschung (Originalbericht aus dem Programmheft zur Eifel Rallye 2009) Seit Jahren ist die Truppe von Slowly Sideways fester Bestandteil der Eifel-Rallye. Ein bunt gemischtes Feld von 65 Oldies aus den vergangenen fünf Jahrzehnten. Aber das Fahren ist ja nur die eine Seite des Hobbys. Die andere ist die Geschichtsforschung. So kamen im letzten Jahr erstmals Inka und Peter Lerch mit ihrer Toyota Celica des Typs RA 20 zur Eifel-Rallye. Sie hatten gehört, dass es dort so nett sein soll, da wollten sie das auch mal machen. Über ihre Celica wussten sie nicht viel mehr, als dass dieses Auto aus der Mitte der 70er stammt. Sie hatten diese Celica in den letzten Jahren reichlich im nationalen Sport eingesetzt, geschunden und geprügelt. Dafür war sie auch gebaut. |
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Nun parkten sie bei der Eifel-Rallye zwischen zwei anderen Artgenossen aus dem Hause Toyota und die Piloten kamen ins Gespräch. Die anderen waren zufällig Angestellte der Firma Toyota Motorsport aus Köln, die zwar täglich mit dem Bau von Formel-1-Boliden beschäftigt sind, deren Herz aber noch an der alten Zeit hängt, als Toyota noch Rallyes fuhr. Damals haben sie diese Autos gebaut, getestet und eingesetzt. Die verschwitzten Stunden unter den Rallyewagen und die Tausende von Kilometern, die sie durch fast alle Länder dieser Welt als Service gefahren waren, um die Kisten am Laufen zu halten, kann keiner mehr zählen. Diese schauten sich die Celica RA 20 von Lerchs auf dem Marktplatz von Daun näher an und waren überrascht. „Wir dachten eigentlich, die wären alle platt, seit Jahrzehnten verschrottet und jetzt steht einer davon einfach hier herum und hat auch noch den 16-Ventilmotor drin, den es wirklich schon lange nicht mehr gibt. Und die fahren auch noch damit“. Man schloss also Freundschaft, blieb in Kontakt und bei Toyota begann die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Was ist das für ein Auto? Woher kommt es? Und könnte es einer der Werkswagen sein von damals? |
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Ein anderer Härtefall dieser Art ist der Ford Escort von Kevin Vaites aus England. Ford baute für die Rallye Monte Carlo des Jahres 1979 die besten Escorts aller Zeiten. Reinrassige Asphaltrenner sollten endlich diese Rallye gewinnen und der Welt zeigen, das der Escort nicht nur auf Schotter ein Sieger war. Die Gegner waren keine geringeren als Fiat 131 Abarth und Lancia Stratos, da lehnte sich Ford weit aus dem Fenster und baute genau zwei dieser Spezial-Escorts. Diese hatten breite Kotflügel für breitere Reifen, andere Vorder- und Hinterachsen und überhaupt eine ganz andere Schwerkraftverteilung als bisher mit Maßnahmen, die weit über das Erlaubte hinweggingen. Damals interessierte dies aber keinen im Detail, die Escorts von Hannu Mikkola und Björn Waldegard fuhren vorne weg, hatten aber kein Glück. Mikkola bekam wegen „gefährlichen Überholens“ eine 5-Minuten-Zeitstrafe nach einem Polizeibericht, was so etwas nach wir-haben-etwas-gesucht-und-gefunden roch. Björn Waldegard fand auf der vorletzten Sonderprüfung einen Felsen mitten auf der Straße, er musste anhalten und ihn wegschaffen und schon war Bernard Darniche durch und gewann die Rallye mit genau sechs Sekunden vor dem Escort. Während Waldegards Escort verschwand, wurde der Mikkola-Escort in den folgenden Jahren von Ari Vatanen und erneut von Björn Waldegard bei der Monte Carlo 1980 und 1981 gefahren, dann verlor sich auch seine Spur, bis er vor ein paar Jahren in Belgien wieder auftauchte. An seinen seltsamen Veränderungen wurde er als solcher erkannt und frisch restauriert. Zum ersten Mal in seinem neuen Leben wird er bei der Eifel-Rallye in Originallackierung der Rallye Monte Carlo 1979 starten. Mit Hannu Mikkola / Arne Hertz, Ford Motorsport, Nr. 5. Und so freuen wir uns jedes Jahr aufs Neue darauf, bei der Eifel-Rallye alte Autos in neuem Glanz erstrahlen zu lassen ..... >>> Slowly Sideways
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